Google Adwords Flatrate

Google Adwords Flatrate: fallen Sie nicht darauf herein

Google Adwords zum Flatrate-Tarif. 24 Stunden, 7 Tage die Woche, immer auf Platz 1 in der Werbung zu sehen sein.

Wer möchte das nicht? - Aber zunächst ist der Begriff "Adwords Flatrate" doppeldeutig. Zum Einen locken einen Adwords-Agenturen mit diesem Keyword, wenn der monatliche Beitrag, den die Agentur für die Betreuung erhält, eine Pauschalsumme ist. Zum Anderen ist mit der Adwords-Flatrate tatsächlich das Versprechen gemeint, daß mit Zahlung einer Pauschalsumme die eigenen Adwords-Anzeigen dauerhaft oben in der Werbung zu sehen sind.

Adwords Flatrate als Pauschale für die Arbeit der Agentur

Schaut man sich die veröffentlichten Preisgestaltungen von Adwords Agenturen an, so stellt man fest, daß es keine einheitliche Preisstaffel gibt. Jede SEA-Agency hat ihre ganz eigenen Preisvorstellungen. Manche rechnen nach "Eingesetzem Werbebudget" ab, je höher der Betrag, der an Google fließt, desto höher der Preis. Einige Agenturen bieten Pauschalpreise - also Flatrates - für die Betreuung an.

Das ist völlig normal und unbedenklich. Die Qualität der Arbeit lässt sich jedoch leider nicht am Preis ablesen. Es gibt geniale Adwords-Experten mit großer Erfahrung sowohl im unteren als auch im oberen Preissegment.

Letztlich ist auch nicht das von Ihnen als Werbebudget bei Google Adwords eingesetzte Kapital als Bemessungsgrundlage für die Entlohnung des Adwords-Experten das Maß aller Dinge, sondern eigentlich eher entweder die eingesetzte Zeit oder der vorher genau definierte Erfolg der Arbeit.

Diese Auslegung des Begriffs "Adwords Flatrate" ist hier aber nicht gemeint, sondern das Angebot einiger Adwords-Agenturen, Ihre Anzeigen praktisch dauerhaft an vorderen Plätzen zu halten, ohne den Klickpreis zu beachten.

Adwords Flatrate als Festpreis-Angebot für Top-Positionen

Die Preise für derlei, meist durch Callcenter vertriebene Angebote kursieren zwischen 99 € und 5.000 € pro Monat, oft mit der Offerte für "2 Keywords 30 Tage kostenlos testen". Hierbei ist das Verkaufsargument meist, daß man ja einen Klickpreis an Google zahlt und dieser dazu führt, daß man das Tagesbudget aufbraucht und so nach Verbrauch dieses nicht mehr in der Werbung zu sehen ist.

Führt man sich die Funktionsweise von Adwords vor Augen, so stellt sich einem unwillkürlich die Frage, wie das funktionieren soll. Schließlich geht man von der normalen Funktionsweise von Google Adwords aus.

Exkurs: Beispielhafter (normaler) Ablauf von Werbung mit Google Adwords:

  • Eine möglichst große Anzahl von Menschen soll die eigene Adwords Anzeige sehen
  • Ein Teil dieser Menschen soll durch den Anzeigentext dazu bewegt werden, auf die Anzeige zu klicken, um auf die Website zu kommen
  • Die Klick-Besucher werden zu Besuchern der Website mit durch den Anzeigentext bestimmter Erwartungshaltung
  • Wiederum nur ein Teil dieser Menschen folgt dem vorgeschlagenen Weg auf der Website bis zum Ende und erfüllt das Ziel der Website:
    • ein Produkt wird gekauft
    • eine Anfrage (Webformular) wird ausgefüllt und abgeschickt (Lead)
    • eine Registrierung wird durchgeführt
    • ein Download wird durchgeführt
    • bestimmter Inhalt wird betrachtet

Jeden Teil der Schritte kann man hierbei optimieren, so daß z.B. von der gegebenen Besucherzahl mehr Leute das Ziel der Website erreichen oder einfach mehr Besucher auf die Website kommen.

Google Adwords funktionieren wie eine Auktion, d.h. für jedes beliebige Suchwort wird entsprechend passende Werbung angezeigt, wenn es hierfür Anzeigen gibt. Alle Anzeigen zu einem Keyword konkurrieren dabei um die begrenzt zur Verfügung stehenden Anzeigenplätze.

Der Einfachheit halber gehen wir einfach mal von 10 Anzeigen-Plätzen auf der ersten Seite von Google aus: 3 oben, 7 rechts. Die anderen Faktoren wie Qualität der Landeseite und Keyword-Relevanz (zum Anzeigentext) u.a. lassen wir dabei mal außen vor.

Bei angenommenen 50 Anzeigen, die für ein Keyword geschaltet werden möchten, können also nur 10 auf die erste Seite in den Anzeigenplätzen angezeigt werden. Hierbei wird das Klickpreis-Gebot berücksichtigt, das besagt, wieviel der Werbetreibende bereit wäre, für einen einzigen Klick zu zahlen. Je höher dieser Klickpreis (andere Faktoren ausgelassen), desto höher also seine Position in den Anzeigenplätzen. Platz 1 ist natürlich der, auf den (normalerweise) alle wollen.

Diese Auktion läuft vollautomatisch und in rasender Geschwindigkeit. Wie viele andere Werte in Google Adwords auch ist der Klickpreis ein Durchschnittswert in einem (von Ihnen) eingestellten Zeitraum. Das heißt, der tatsächliche Klickpreis kann sehr von diesem angzeigten, durchschnittlichen Wert variieren.

Nehmen wir nun an, unser Beispiel-Werbetreibender bietet 0,50 € pro Klick und ist der Top-Bieter. Ihm gebührt also nun der begehrte Platz #1 in den Anzeigenplätzen auf Seite 1 bei Google.

Das Tagesbudget für die Kampagne, in der die entsprechende Anzeige und das Keyword stecken, liegt angenommen bei 3 €, das entspricht (3 x 30,4) = 91,20 € im Monat (30,4 Tage Durchschnittsmonat).

Wenn 6 Menschen an einem Tag auf die Anzeige klicken, ist das Tagesbudget aufgebraucht (3 € - 6 x 0,5 € = 0) und seine Anzeigen werden nicht mehr dargestellt. Der nächsthöchstbietende Mitbewerber mit 0,45 € Klickpreis gewinnt das Rennen. Nun wird also der Konkurrent auf Platz #1 angezeigt und die eigene Anzeige nicht mehr.

Anders als in diesem vereinfachten Beispiel gibt es einige wichtige weitere Faktoren, die dem Klickpreis "entgegenwirken", denn sonst würde der Klickpreis für ein Keyword ja unendlich anwachsen.

Wie soll diese Google Adwords Flatrate mit Top-Anzeigenposition funktionieren?

Für Sie als Endkunde und Adwords Agenturen gelten dieselben Klickpreise. Es gibt keinen "Agentur-Rabatt" von Google auf Klickpreise. Wie also soll so eine Flatrate mit gleichzeitiger Top-Position möglich sein? - Das geht nur mit Tricks, die dafür sorgen, daß möglichst keine Menschen auf die Anzeigen klicken und widerspricht damit direkt dem, was Sie als Website-Betreiber eigentlich erreichen wollen.

Das Ziel einer Adwords-Agentur, die als Dienstleistung eine Adwords Flatrate mit gleichzeitiger Top-Position in den Anzeigen verspricht, ist nicht daran interessiert, wie Adwords normalerweise funktioniert, sondern nur an Ihrem Geld.

Man kann durch Einstellungen in der Google Adwords Kampagne dafür sorgen, daß die Anzeigen eben nicht auf Klicks (= Besucher Ihrer Website) ausgerichtet sind, sondern auf maximale Impression. Gestützt von automatisierten Adwords-Scripten kann man nun dafür sorgen, daß die Anzeige zwar angezeigt wird, es aber nur selten oder gar nicht zum Klick kommt. Im Grunde sorgen dermaßen ausgerichtete Kampagnen nur dafür, daß das Tagesbudget nie aufgebraucht ist.

Mit derlei Blendwerk, von fleissigen Telefonverkäufern in Callcentern vertrieben, lassen sich leider viele Menschen verführen und gehen dieser Masche auf den Leim. Klar hört sich das toll an - Meine Werbung ist garantiert immer auf den Plätzen 1-3 und die Kosten sind egal? - Mittels Recherche im Internet ist von vielerlei Negativ-Erfahrungen mit Adwords-Agenturen, die so etwas anbieten, zu lesen.

Bitte gehen Sie dieser Masche nicht auf den Leim.